Schubert: WINTERREISE


in der
Bayreuther Stadthalle 15.10.07

"Eine Winterreise der tausend Nuancen"

"Der Wegweiser, das klang wie hohle Endzeitmusik, die wir auch aus Schuberts Streichquintett kennen."

"Es ist erstaunlich, wie viele Nuancierungen zwischen heftig gestellten Verzweiflungsfragen, somnambulen Irresein, opernhafter Emphase und Liedton dem Sänger möglich sind"

SCHILLER- Liederabend in Heidelberg 2005

Schuberts Vertonung der Ballade „Der Taucher hört man selten im Konzertsaal. Einen großen, weitgespannten Bogen schlug Buchwald über das gut halbstündige Werk, verband den erzählerischen, rezitativischen Ton überaus spannend mit den packend vorgetragenen liedhaften und dunkel balladesken Teilen. Die hohe Kunst des Meisters Fischer-Dieskau setzte der junge Bariton überaus eindrucksvoll um, die Kunst wechselnde Stimmungen ganz unmittelbar in Klang auszumalen den Wortsinn in plastische Farbvaleurs zu überführen.“
Rainer Kühl in Rhein-Neckar-Zeitung 10.05.05



KRITIKEN ZU WINTERREISE IM HANS OTTO THEATER

Gerade Laufenbergs Arbeit ruft in Erinnerung, wie noch in letzten Kriegstagen (!), im März 1945, der Tenor Peter Anders, herzzerreißend und zugleich wortgenau, diesen Liedern in einer Aufnahme im Haus des Rundfunks in Berlin die seelische Zerrissenheit und Tiefe der Leidenserfahrung gegeben hat.
Dennoch stellt Laufenberg die „Winterreise“ überzeugend und ernsthaft in einen inhaltlichen Zusammenhang.
Ob „Am Brunnen vor dem Tore“ oder „Dass mir’s vor meiner Jugend graut“, der junge Jan Buchwald ist ein kräftiger und kraftvoller Bariton, der mit seinem Singen, mit Gängen und Haltungen, ohne dabei zum „Darsteller“ zu werden, den jeweiligen Gefühlslagen, Melancholie, Todessehnsucht und Verzweiflung, Halt und Ausdruck gibt.
Hier steht ihm Cornelius Meister – demnächst in Heidelberg „der jüngste Generalmusikdirektor Deutschlands“ – längst nicht mehr nur musikalisch bei. Im Schlussteil begleitet der Pianist, Zylinder auf dem Kopf, den Sänger am Flügel auf der Bühne, als sollte er den „Leiermann“ und letzten Gefährten des Todessuchenden verkörpern
.“
Berliner Morgenpost, 17.11.2004


Da kommt einer nach Hause, er trägt noch den Soldatenrock und den Tornister und die Maschinenpistole, er zieht nicht fremd aus, er zieht als Fremder wieder ein, denn seine Wohnung ist zerstört, die Scheiben zerbrochen, der Boden geborsten, sein „Hallo“ verhallt ohne Antwort im Stiegenhaus. Die „Winterreise“ als deutsches Stück – Laufenbergs Inszenierung, seine erste als neuer Intendant des Potsdamer Hans Otto Theaters, überrascht, verblüfft, regt an. Sie setzt das Skalpell an einem bestimmten Punkt des Liederzyklus an und setzt Gehalte frei, die man nicht erwartet hätte.“
Berliner Zeitung, 15.11.2004


Uwe Eric Laufenberg, der neue Intendant des Hans Otto Theaters, inszeniert im Schlosstheater im Neuen Palais Franz Schuberts „Winterreise“. Für den Liederzyklus, der eigentlich keine durchgängige Handlung hat, findet er eine szenisch ebenso plausible wie überzeugende Bühnenversion. Aus dem Wanderer, der die winterlich kalte Natur durchschreitet wie einen von allen Hoffnungen verlassenen Trauerraum, wird bei Laufenberg ein entwurzelter, dem Tode geweihter Soldat.
Der 30jährige Jan Buchwald leiht ihm seine Stimme. Und die ist so kraftvoll und robust und so zartfühlend und melancholisch, dass man den Ohren kaum trauen mag. Der von der Hamburgischen Staatsoper ausgeliehene Bariton dürfte der deutschen Opernwelt noch manchen großen Abend schenken ...“

Märkische Allgemeine Zeitung, 15.11.2004

 

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