ÜBER  "Der lächerliche Prinz Jodelet" von Reinhard Keiser


"Es geht um Frauen und Trinken, um Fischgenuss auf eine ganz spezielle Art - mehr verrate ich nicht", kokettiert der Jodelet-Darsteller und Bariton Jan Buchwald. Bei der Einstudierung habe er sich der Rolle zunächst bewusst von schauspielerischer Seite aus genähert. "Ich habe mir immer wieder den Blauen Heinrich mit Willy Millowitsch angeguckt, schließlich bin ich selbst ein halber Kölner", sagt Buchwald. Der gebürtige Leverkusener freut sich über seine neun Arien und grotesken Rezitative, die allesamt aus Keisers Feder und nicht wie andere Teile des Pasticcios von Caldara, Gasparini oder Vivaldi oder stammen. In Folge gesungen würde sein Part allein schon eine geschlagene Stunde einnehmen und ist alles andere als leicht zu singen. "Die Partie ist sehr hoch für einen Bariton. Ich muss mich ständig in einer Hochlage zwischen d und e bewegen."

Der junge Bariton wird nun der erste "Jodelet"-Darsteller seit 278 Jahren sein. Nur einmal hat Günter Reich einen knappen Ausschnitt aus dieser Keiser-Oper für den Rundfunk eingesungen. "Ich finde es ganz besonders toll", freut sich Buchwald, "dass Reich, der eigentlich als Charaktersänger bekannt geworden ist, auch einmal den Heerrufer im Lohengrin gesungen hat, den ich ebenfalls im September letzten Jahres in Hamburg gemacht habe". Die Premiere am 22. Februar und die gleichzeitige Wiederentdeckung des "Jodelet" ist für Buchwald etwas ganz Besonderes: "Das ist keine Matthäus-Passion und auch kein Händel", sagt er, "diese Rolle verlangt über alles Musikalische hinaus eine hohe Schauspielkunst."

Helmut Peters in „Die WELT“, 15.02.2004

"Wolfram Siebeck der Koloraturen": "Der lächerliche Prinz Jodelet"
(Februar 2004, Hamburgische Staatsoper)



KRITIKEN ZU JODELET IN AUSZÜGEN VOM 24.02.04

Der Kerl heißt Jodelet (Jan Buchwald); französisch gesprochen klingt das noch ganz manierlich. Aber wie er sich benimmt, ist schon ein starkes Stück.“
DER SPIEGEL

„... Jan Buchwald als Jodelet war sängerisch, wie darstellerisch durchaus ein Protagonist; er wirkte vor der Einbauküche wie ein Siebeck, der Koloraturen absondert.“
Süddeutsche Zeitung

Darstellerisch herausragend Jan Buchwald als Jodelet, ein Schauspieler vom Witze Willy Millowitschs.“
Hamburger Morgenpost

„... die Sängerinnen und Sänger gehen diesen Weg mit, allen voran der stimmlich, wie schauspielerisch großartige Jan Buchwald in der Titelrolle.“
TAZ

„... wie der Bariton Jan Buchwald, der mit dem Tierbändiger in Alban Bergs „Lulu“ ein deklamatorisches Meisterstück ablieferte und als „der lächerliche Prinz Jodelet“ beste Figur machte.“
Jürgen Kesting in „Starker Auftritt“, hrsg. Hmb.Staatsoper, 2005



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